Top of the World – Mit Lizenz zum Ausschenken

Im Auftrag von Campari Schweiz stellten diebündner ein Promotionsteam für die Premiummarke Russian Standard zusammen. Ihr erster Einsatz: White Turf, St. Moritz.

St. Moritz Auch dieser Auftrag kam wie die meisten Erstanfragen über Umwege zustande, da das Organisieren von Promotionsmitarbeitern schliesslich nicht zu den Hauptaufgaben einer klassischen Werbeagentur gehört. Dennoch – Campari in Zug hat namhafte Werbemandate und falls sich für diebündner eine Möglichkeit bietet, ihre Arbeit unter Beweis zu stellen, dann packen sie diese auch beim Schopfe.

Die Anforderungen ans Barpersonal waren von der Russian Standard-Zentrale aus vorgegeben: Russische Models müssen es sein! Blond, schlank, über 185 cm gross, fliessend russisch sprechend und mit genügend Serviceerfahrung, um blind einen Martini geschüttelt, aber nicht gerührt, mixen und auf dem glatten Eis des St. Moritzersees servieren zu können.

Eine verlockende Herausforderung, wenn auch keine einfache. Scheinbar gelang es bis zwei Monate vor dem ersten Event keiner der angefragten Promotionsagenturen, eine zufriedenstellende Auswahl an Service-Personal zusammenzustellen. Wie so oft hatte sich das Bild bereits fest im Kopf des Kunden verankert, so dass es wenig erfolgsversprechend war, ihn noch vom Gegenteil überzeugen zu wollen.

Selbst wenn die Perestroika bereits seit über 15 Jahren Geschichte ist und es an der Bahnhofstrasse von neureichen Russen nur so wimmelt: Wie finden sich fünf bis zehn attraktive Ost-Schönheiten, welche sich dann auch nicht zu schade sind, bei Minustemperaturen während fünf Stunden Vodka auszuschenken? Also organisierten diebündner im Januar kurzerhand ein Casting, bei dem in der Schweiz lebende, osteuropäische Models sowie Amateurmodels, die über den gewünschten russischen Look verfügten, in eine Zürcher Bar geladen wurden.

Meist erlebt man bei solchen Castings schon zu Beginn die erste Überraschung: Teils kommen die Models gar nicht erst oder die Setkarten sind total veraltet. So wurden die Kandidatinnen zu Beginn neu fotografiert. Nach einem kurzen Bewerbungsgespräch konnten die 20 Models dann ihr Können an der Bar unter Beweis stellen. Ihre Arbeit wurde per Videokamera dokumentiert und von einem professionellen Bartender kommentiert. Nach interessanten viereinhalb Stunden war es soweit, zusammen mit dem Kunden konnte eine erste Auswahl getroffen werden.

Vier Amateure und ein professionelles Model setzten sich schliesslich gegen die Konkurrenz durch. Wobei nur zwei Kandidatinnen aus Russland stammten und letztlich auch nur zwei Bewerberinnen blond waren – eine davon zudem waschechte Zürcherin. Das Wichtigste in diesem Auftrag war, dass der Kunde aus 20 Kandidatinnen selbst auswählen konnte und mit seiner Selektion äusserst zufrieden war.

In den darauffolgenden Wochen wurden die Kleidermasse aufgenommen und das Martini-Mixen perfektioniert. Die «Russian Standard»-Crew war bereit für ihren aussergewöhnlichen Einsatz.
Dass diebündner auch hier nichts dem Zufall überliessen, war klar. Also wurde der Transport an den «White Turf»-Sonntagen vom Chef persönlich zusammen mit einem Mitarbeiter organsiert. So ging es am ersten Sonntag um sechs Uhr früh mit einem Hummer und Begleitfahrzeug nach St. Moritz. Die Inszenierung war perfekt.

Die «Russian Standard»-Crew war DIE Überraschung am White Turf Event. Der Vodka floss in Strömen bei bestem Cüpli-Wetter. So wurde es jeweils schwierig, die Bar pünktlich um 17 Uhr zu schliessen.

von Adrian Huwyler

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